Hündin oder Rüde

Bei der ersten Entscheidung einen Welpen aufzunehmen spielt das Geschlecht oft eine untergeordnete Rolle. Je mehr man dann aber liest umso mehr Meinungen zu diesem Thema findet man im Netz. Hier spielen aber viele Vorurteile mit, die oft von Leuten genannt werden, die sich für ein Geschlecht entschieden haben aber das andere gar nicht kennen.

Ein beliebtes Vorurteil beim Rüden z.B. ist, dass sie ständig und überall markieren - auch in fremden Häusern/Wohnungen.
Wenn das Realität wäre, würde ja niemand Rüden halten und glücklich damit sein. Die hartnäckige Verbreitung dieses Vorurteils basiert jedoch hauptsächlich aus Erzählungen derer, die selbst gar keinen Rüden halten. Sie mögen aus Berichten von Rüdenhaltern entstanden sein, die vielleicht den einen oder anderen kleinen Fehler im Umgang mit Rüden machen. Darum im Folgenden ein paar Tipps, die man beachten sollte sowie Allgemeines zum Geschäftchenmachen und auch ein Vergleich zu Hündinnen.

Jeder Hund kann lernen, wo er hin machen darf und wo nicht.
Das fängt damit an, dass sie möglichst lernen sollten, nicht auf dem Bürgersteig zu machen. Man trainiert also sofort auf die entsprechenden Untergründe.
Der Züchter möchte z. B. auch nicht, dass die Hunde auf die Terrasse pieseln und das tun sie auch nicht. Ausgenommen Welpen, denn die müssen so was ja noch lernen.

Ein stubenreiner Rüde markiert nicht im Haus.
Es kann eine Ausnahme geben: Es sind (läufige) Hündinnen anwesend. Dann kann es sein, dass ein Rüde in diesem Haus mit den Hündinnen markiert. Trifft aber auch nicht auf jeden Rüden zu.

Goldene Regel ist einfach, dass man keine läufigen Hündinnen in sein Haus lässt und niemanden mit Hündin(nen) besucht. Wenn man dies doch möchte, gibt es für Rüden extra Rüdenbinden, so dass nichts passieren kann.

Und ja ... wenn Hündinnen zu Besuch gehen und dort sind NUR andere Hündinnen (muss kein Rüde da sein), dann markieren die Hündinnen ebenfalls.
Völlig normales Hundeverhalten und hat zunächst nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Draußen markieren Rüden z. B. an Bäumen, aber das tun Hündinnen auch. Einige Hundedamen machen sogar einen Handstand am Baum, um möglichst hoch zu treffen.

Duftmarken zu setzen gehört halt dazu. Bei beiden Geschlechtern.

Oft werden die Rüden als noch anhänglicher und kuscheliger erlebt als die Hündinnen.

Bei den Mädels muss man häufig von Problemen während der Läufigkeit lesen die heftig sein können. Auch hier gilt, dass jede individuell reagiert. Manchen merkt man es kaum an, andere sind fressunlustig und depressiv/melancholisch (in der 2monatigen Scheinträchtigkeit).

Die Blutung selbst ist weniger schlimm - auch wieder in Abhängigkeit des einzelnen Individuums. Die eine blutet mehr, die andere weniger - die eine leckt sich mehr sauber, die andere weniger.

Beim Rüden kommt dann noch das Thema "rammeln" hinzu. Aber kennt man die Geschlechter, weiß man: auch das machen die Mädels ebenfalls.
Das Aufreiten hat nämlich nicht immer was mit dem Fortpflanzungstrieb zu tun sondern gehört beim Hund zum normalen Verhaltensbild. Gerade bei emotionalen Zuständen wie z.B. Aufregung, Stress oder Angst erfolgt das Aufreiten.
Oft spielen die Hormone eine Rolle, welches bei Hündinnen während der Hitze zum aufreiten bei anderen Hündinnen oder auch Kissen und Kuscheltieren führt. Also auch hier kein großer Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Bedenken sollte man auch die Nachbarschaft des zukünfigen Familienmitglieds Wohnt beispielsweise bei Ihnen eine unkastrierte Hündin im Nachbarhaus/-garten, dann sollte man nicht gerade einen Rüden bei sich aufnehmen. Denn Mädels haben zyklisch ihre Flitzen und Jungs eben dann, eine läufige Hündin direkt vor der Nase. Das kann sehr nervig werden (kann!).

Anders herum wird auch ein Schuh draus. Leben in Ihrer Umgebung viele unkastrierte Rüden werden sie bei der Läufigkeit ihrer Hündin extrem aufpassen müssen und dürfen sich nicht wundern wenn sie regelmäßig "Besuch" vor Ihrer Tür stehen haben.

Ein weiterer Entscheidungspunkt ist oft die Größe. Hier braucht man sich beim Bolonka gar keine Gedanken machen. Wo z.B. beim Neufundländer Unterschiede zwischen dem Rüden und der Hündin von durchschnittlich ca. 20 Kilogramm völlig normal sind, gibt es beim Bolonka keinen Unterschied zwischen Hündin und Rüde.

Jeder  muss für sich selbst entscheiden - beide Geschlechter haben Vor- und Nachteile.

Rüden im Deckrecht

Sollten Sie sich für einen Rüden entschieden haben, haben Sie schon einmal über einen Rüden im Deckrecht eines Züchters nachgedacht?

Wichtig und gut für die Gesundheit der Rasse Bolonka ist, daß man vielfältig verpaaren kann. Hierzu muss auch eine gewisse Auswahl an Zuchtrüden zur Verfügung stehen. Dem Züchter ist es möglich mehrere Zuchthündinnen zu halten aber selbst nur ein Deckrüde im Haus birgt das Risiko von ungewollten Trächtigkeiten die ein Züchter, auch zum Schutz seiner Hündinnen, verhindern möchte.

Wichtig zu erwähnen ist, dass keine Pflicht für den zukünftigen Besitzer besteht, Tag und Nacht auf den Abruf des Züchters zu warten oder auf Aufstellung seine Zeit zu verbringen. Das einzige "Muss" ist die Zuchttauglichkeit. Die hier enstehenden Kosten werden oft vom Züchter mit dem Deckrecht übernommen oder man kann diese schnell mit der Decktaxe, an der sie durchweg beteiligt werden, ausgleichen.

Auch sonst wird Ihnen der Züchter bei den Kosten entgegen kommen. Es gibt viele Varianten, die Sache mit dem Deckrecht zu lösen - hängt von vielen Dingen ab.

Fragen Sie doch mal Ihren Züchter.