Nur mal einmal Welpen haben!?

Oft hört man die Aussage: "Ach meine Hündin ist soooo toll, die muss unbedingt ihre Gene weitergeben und davon möchte ich ein Baby."

Hier möchten wir euch mit dem Bericht einer Züchterin einmal zeigen, dass auch bei vielen Vorbereitungen und allen Untersuchungen die Natur immer noch ein Wörtchen mitspielt und dass das einemal "ach so süßes Babys" bekommen nicht so einfach sein muss, wie es sich viele vorstellen.

Heute möchte ich euch mal ganz genau schreiben was an dem Tag der Geburt von Fienchens Babys geschehen ist, weil mich diesbezüglich auch viele gefragt haben, ich jedoch erst jetzt wirklich darüber schreiben kann.

Im Vorfeld von Fienchens Trächtigkeit habe ich alle notwendigen Untersuchungen machen lassen bzw. mich umfangreich informiert. Ich führte ein Tagebuch in dem ich alles dokumentiert habe und es verlief nichts auffällig. Im Gegenteil es war traumhaft zu sehen wie Fienchen immer runder wurde und es ihr bis zum Tag der Geburt super ging.

Nun kam der 21.04. Es war der 59.Tag und morgens hatte sie den Temperaturabfall und ich wusste nun kann es nicht mehr lange dauern und dann sind die kleinen Schätze da. 5 Welpen durften wir erwarten und ich war glücklich und aufgeregt zu gleich.

Den ganzen Tag hatte sie Wehen und um 19:50 Uhr kam dann das erste Baby. Es war ein schwarz/weißes Mädchen. So ein kleines zartes Wesen. Gerade mal 75 g schwer. Ich erschrak das erste mal. Das Fruchtwasser in dem sie war, war bereits grün und zeigte mir das das nicht gut ist. Die kleine brauchte eine Viertelstunde bis sie ruhig atmete. Sie wurde auf den Namen Anaway getauft, aber mein Bauch sagte mir bereits da nichts gutes, weil sie sehr schwach wirkte und kaum trank.

Dann vergingen wieder Stunden bis sich das zweite Baby ankündigte. Um 23:30 Uhr ist dann ein goldzobel farbendes Mädchen geboren worden. Sie quickte gleich und atmete auch sofort selbstverständlich und ich dachte gott sei dank. Aber als ich sie wog erschrak ich das 2x. Nur 65g und irgendwie sah die kleine Maus noch nicht wirklich fertig aus. Sie trank zwar sofort, schrie aber irgendwie immer die ganze Zeit. Ich hatte ihr daraufhin einfach mal ganz leicht mit meinem Finger über den Kopf gestrichen um sie zu beruhigen und bekam den Schock fürs Leben. Sie hatte keine Schädeldecke. Ich konnte es nicht verstehen und begreifen sowieso nicht.

Ich war mitten in einem Alptraum und hatte nur noch gedacht was kommt beim nächsten, es waren ja noch 3 drin. Die kleine Maus habe ich Angel getauft, weil mir klar war das sie keine Lebenschance haben wird.

Am 22.04. um 01:50 war dann Ayden an der Reihe. Die Geburt war die schwierigste für Fienchen. Es war eine Steissgeburt und sie hatte ewig gebraucht ihn zu gebären. Dann ist er jedoch mit dem Kopf stecken geblieben und sie hatte keine Presswehen mehr. Das hieß nun schnell handeln sonst ist er verloren. Als er endlich draußen war, atmete er nicht. Er hatte einfach zu viel Fruchtwasser geschluckt und mit beatmen, Massagen und ganz viel Geduld haben wir es nach 20 Minuten geschafft das er selbstständig atmete und ich war ein wenig erleichtert. Er wog 135g und wirkte gegenüber den anderen beiden wie ein Riese.

Nun hieß es warten und schaun wann Nummer 4 kommt. irgendwie passierte nix.Um 6:30 rief ich dann bei meiner Tierärztin an und sie riet mir in die Tierklinik zu fahren und ich bin ihr heute noch so dankbar dafür. Als ich das Telefonat beendet hatte. Wollte ich die Welpen und Fienchen einpacken und losfahren, da sah ich das Angel eingeschlafen war und in dem Moment brach ich das erste Mal so richtig zusammen. Ich weiß nicht wie ich zur Klinik gekommen bin. Ich stand nur noch unter Schock und total neben mir. In der Klinik dann der nächste Schlag. Die beiden Babys lebten schon länger nicht mehr und von den Nachgeburten sind auch noch zu viele Überreste drin, sie muss komplett operiert werden um sie zu retten.

In der Zwischenzeit versuchte ich mit Welpenmilch die beiden Babys zu ernähren bis Fienchen wieder bei uns zu Hause war. Ayden hat es wie ihr ja wisst geschafft, aber Anaway ist an dem selben Abend um 20:30 Uhr gestorben. Es war für mich alles kaum zu verarbeiten und dazu kam ja auch noch das ich bereits über 30 Stunden wach war. Es war mein erster Wurf und es sollte sich für mich ein Traum erfüllen, aber wie gesagt, man kann sich noch so gut vorbereiten, auf so etwas jedoch nicht.

mit freundlicher Genehmigung von A.H. / geschrieben in Facebook